Gelber Unimog

Von Kanada bis Feuerland in 365 Tagen

Grundrahmen 8. Januar 2014

Die Konstruktion des Grundrahmens war mit die größte Herausforderung beim gesamten Bau der Wohnkabine, da dieser (um Bauhöhe und Gewicht zu sparen) integrierter Bestandteil des Aufbaus sein sollte und nicht einfach nur ein Hilfsrahmen, auf den ein fertiger Koffer gesetzt wird.

Blöderweise basiert somit die gesamte Kabine auf eben diesem Rahmen und er ist deshalb so ziemlich das einzige Teil, das später nicht mehr verändert werden kann. An dieser Stelle sollte man also besser keinen Fehler machen. Leider war der Rahmen aber das erste Teil, das gebaut werden musste und so habe die ich Wochen mit  Planung und Rechnereien verbracht, während der Unimog noch bei der Grundüberholung war. Das Hilfreichste dabei waren die Erfahrungen von Freunden mit vergleichbaren Fahrzeugen. Dort konnte ich  abgucken, was funktioniert und welche Dimensionierung hält. Da ich aber unbedingt an Bauhöhe sparen wollte, konnte ich leider nicht einfach abkupfern.

So ergaben sich einige Unterschiede zu herkömmlichen Kabinenrahmen:

  • Integrierter Grundrahmen, der gleichzeitig auch Fußboden wird und somit Wegfall des klassischen Hilfsrahmens
  • Rautenlagerung, um die Verwindung des Unimograhmens auszugleichen (beim Unimog obligatorisch)
  • Minimal vertretbare Profilhöhe, um Aufbauhöhe zu sparen
  • Geringer Abstand zwischen Unimograhmen und Grundrahmen, gerade ausreichend für maximale Verwindung
  • Integrierte Radhäuser
  • Integrierte Kellerfächer
  • Integrierte Klappenprofile, um einen ebenen Staufachboden ohne Dichtungskante zu ermöglichen.
  • Integrierte Heckschräge um den Böschungswinkel des Unimogs zu erhalten

Verwindung

  • Nachdem ich anhand der Aufbaurichtlinien (s.o.) den minimal nötigen Abstand des Grundrahmens zum Unimograhmen ausgerechnet hatte, kappte ich die Original Rautenlagerung der Pritsche auf passender Höhe. Anschließend setzte ich die Längsträger und die inneren Querträger, die die später die Aufnahme für die Rautenlagerung bilden sollten. Um so extrem niedrig über dem Unimograhmen zu bauen musste die Bremsanlage tiefer gesetzt werden, der Schalthebel vom Wendegetriebe musste gekappt und mit Knick wieder eingesetzt werden, da er sonst angeschlagen wäre und die Ölleitung vom Getriebeölkühler musste ich neu biegen und verlegen. Die gesamte Druckluftanlage wurde später dann noch ins Rahmeninnere und tiefer verlegt, um Platz für Tanks zu schaffen.

grundrahmen Anfang

  • Dann ging es weiter mit den Kragarmen, den Radläufen und der Heckschräge. Da ich keinen Richttisch zur Verfügung hatte, schweisste ich soviel wie möglich auf dem Fahrgestell und spannte die Profile vorher mit Winkeln und Richtlatten so gut es ging in Position. Sämtliche Stösse und Ecken wurden mit doppelten Knotenblechen verstärkt, die gleichzeitig die Aufnahmen für die Siebdruckplatten bilden.

grundrahmen

  • Bei der Schweißreihenfolge habe ich mir vorher ein paar Gedanken gemacht, und erstaunlicher Weise gab es tatsächlich kaum Verzug. Die paar Millimeter ließen sich später recht einfach mit der Flamme richten.  Als nächstes wurde der Rahmen gedreht, von der Unterseite wurden die Verstärkungen und Anbindungen der Rautenlagerung angeschweisst und danach der Rahmen lackiert.

Pendellager vorne2

  • Als letztes habe ich die  Siebdruckplatten eingesetzt und mit den Knotenblechen verschraubt. Auf dem nachfolgenden Bild kann man auch sehr gut die beiden Kellerfächer erkennen, die später in der Mitte des Unimograhmens, genau über der Hinterachse, hängen. Da diese Fächer die schweren AGM Aufbaubatterien aufnehmen müssen, sind sie direkt mit dem Grundrahmen verschweißt.

boden2

  • Anschließend wurde der fertige Grundrahmen wieder auf den Unimog montiert, ein erster Verwindungstest war erfolgreich: der Abstand zum Fahrzeugrahmen und der Peripherie passte. Nun konnten wir bereits das erste mal vorsichtig auf der Grundfläche herumlaufen und uns einen ersten Eindruck von der späteren Größe machen.

boden komplett

Weiterlesen: Leerkabine

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One Response to “Grundrahmen”

  1. HGL Says:

    Moin!

    Das ist ja ein absolut gelungenes Werk, was Du da erschaffen hast! Respekt!

    Eine Frage stellt sich mir aber: Warum Siebdruck als Bodenmaterial? Warum nicht auch Edelstahl?

    Cheers,
    HG


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