Gelber Unimog

Von Kanada bis Feuerland in 365 Tagen

Ecuador 13. Januar 2015

Filed under: Allgemein — tichyx @ 12:48

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Fortschritt bedeutet in Ecuador nicht „einfacher“, sondern „teurer und in bunt“. Wir prusten los, als man uns am Grenzschalterchen unsere s/w Kopien kopfschüttelnd zurück durch den Schlitz schiebt und uns erklärt, dass man das alles in Farbe von uns erwartet. Das ist zum Glück schnell erledigt, denn wie üblich gibt es direkt neben den Grenzschaltern diverse Copyshops, die ihren Service nun in Form eines Farbkopierers anbieten. Interessant daran ist, dass man uns vor der Abreise in Deutschland in diversen Copyshops abgewiesen hat, als wir Farbkopien unserer Pässe anfertigen wollten. Angeblich ist das Farbkopieren von offiziellen Dokumenten in Deutschland verboten.

Ist es nun voreilig daraus zu schließen, dass noch mehr „Fortschrittlichkeit“ schlussendlich in „Verboten“ mündet? Spannend, vielleicht brauchen wir irgendwann gar keine Kopien mehr…

Ecuador ist eine völlig andere Welt als Mittelamerika. Das merken wir nicht nur an der farbenfrohen Bürokratie, sondern sofort am Gesamtbild, das sich direkt hinter dem Grenzübergang vermittelt. Alles ist ruhiger und weniger chaotisch. Die Menschen sind sehr traditionell gekleidet und fast ausschließlich Indigene beherrschen das Straßenbild. Wir finden im Ort Otavalo einen schönen Stellplatz am See und machen uns sofort auf den Weg, um die neue Umgebung zu erkunden. Seit langem sehen wir wieder einige Hotels, die auf internationalen Tourismus ausgerichtet sind. Die Menschen sind zwar nicht mehr so überschwänglich wie in Kolumbien, aber trotzdem sehr gastfreundlich.

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Nach 210 Tagen: getrenntes Bett

Am nächsten Tag hat unser Weg vor allem eine Richtung: bergauf. Auf fast 3000m Höhe erreichen wir die Stadt Quito. Und wie es sich für große Städte auf unserer Reise gehört, verfahren wir uns natürlich in dem Gewühl und bekommen so einen schönen Einblick in die höchste Hauptstadt der Welt.

Irgendwo hier in der Nähe muss doch der Äquator sein..? Wir sind gespannt und wollen den Moment natürlich nicht verpassen, wenn wir nach 28.000km und 10 Ländern endlich die Südhalbkugel erreichen. Gespannt warten wir, ob denn plötzlich alles auf dem Kopf steht – aber nichts passiert. Und nach einiger Zeit wird uns klar, dass wir schon längst „Down Under“ sind und völlig unbemerkt und ganz unspektakulär über die „Linie“ gefahren sind. Einige Kilometer weiter erreichen wir das „offizielle“ Äquatormonument. Ein großer Monolith, der nach den Himmelrichtungen ausgerichtet ist und exakt auf dem Äquator steht. Wir fragen, ob wir auf dem Parkplatz die Nacht verbringen dürfen, aber es kommt noch besser: die Security ist so extrem nett und überschwänglich, dass wir uns gar nicht dagegen wehren können und so „müssen“ wir die Nacht AUF dem Gelände und genau genommen sogar AUF dem Äquator verbringen. Den Versuch, unseren Mog so auszurichten, dass die eine Betthälfte auf der Nordhalbkugel – und die andere auf der Südhalbkugel steht, haben wir aber nach kurzer Zeit aufgegeben. Die ganze Mühe hätten wir uns auch sparen können, denn am nächsten Tag erfahren wir, dass das Monument gar nicht auf dem tatsächlichen Äqutor steht. Da hat sich der messende Franzose 1736 leider um 240m vertan. Wir ignorieren diese Kleinkrämerei selbstverständlich – wir haben auf dem Äquator übernachtet. Punkt.

Nebenbei sei bemerkt, dass vor kurzem rein zufällig ein Gleitschirmflieger in der Nähe der „Mitad del Mundo“ auf dem Berg Catequilla die Überreste eines Bauwerks aus der Präinkazeit entdeckt hat, das tatsächlich den Äquator markiert und bereits vor über 1000 Jahren errichtet wurde. Wer hat eigentlich den Farbkopierer erfunden? Ach, das war auch ein Franzose und gar nicht die INKa? Na gut.

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Antarktis am Äquator

Vulkane! Vulkane! Vulkane! So, oder so ähnlich könnte man einen Reiseführer von Ecuador an einem Marktstand anpreisen. Es gibt so viele, dass man ihnen gar nicht aus dem Weg gehen kann. Also müssen wir uns natürlich auch auf den Pululahua Vulkan schleppen. Der ist erloschen und auch gar nicht so hoch, aber es ist sauwarm und deshalb kommt es uns hoch vor. Vom Kraterrand aus können wir die riesige Ebene am Boden des Kraters überblicken, die seit vielen Jahren von Bauern beackert wird und äußerst fruchtbar ist. Es hat sich eine kleine Siedlung im 3km breiten Krater gebildet und beim Anblick wird uns ein wenig unwohl. Hoffentlich ist der Vulkan tatsächlich vollständig erloschen. Dass das so ist, hat 1852 ein französischer Geologe festgestellt.

In Los Frailes genießen wir das letzte Mal das warme Meer und die sommerlichen Temperaturen. Je weiter wir Richtung Süden kommen, desto größer wird der Einfluss des Humboldtstromes, der arktisch kaltes Wasser an der Küste entlangspült, und einen wesentlichen Einfluss auf das Klima hat. Das ist so wie bei uns in Europa mit dem Golfstrom, nur ganz anders. Ob die niedliche Vogelpinne im kalten Wasser erfroren oder ertrunken ist können wir leider nicht mit Sicherheit feststellen.

Wir steuern Puerto Lopez an, einer der besten Walbeobachtungsspots der Welt. Inzwischen hat der Humboldtstrom das Klima fest im Griff und die Temperatur steigt nicht mehr über 20°C – und das auf Höhe des Äquators! In den Klippen finden wir den Campingplatz „Islamar“, der ganz wunderbar in die Landschaft integriert ist und der bereits von Land aus einen perfekten Ausblick auf die Gewässer bietet. Nach ein paar Minuten entdecken wir schon die ersten Walflossen im Meer und bewaffnet mit Feierabendbier und Fernglas bekommen wir einen Vorgeschmack auf das, was uns am nächsten Tag erwartet.

Um 10 Uhr morgens geht es los. Wir werden am Strand direkt vor dem Campingplatz von zwei Fischern mit ihrem Boot abgeholt. Organisiert haben wir die Tour am Abend zuvor. Eine kurze Anfrage bei den Campingplatzbetreibern reicht und schon geht es für ein paar Dollar raus zu den Walen. Eine ganze Weile schippern wir durch die Wellen und halten alle gespannt Ausschau. Zwischendurch werden wir von den Fischern mit Mandarinen gefüttert, das soll wohl gegen Seekrankheit helfen, aber uns geht’s gut. Nach 30 Minuten erfolgloser Suche werden selbst die Fischer langsam nervös, da sie Sorge haben, ihren Auftrag nicht erfüllen zu können.

Kurz darauf entdecken wir etwa 400m entfernt den ersten »Blas« eines Buckelwales. Der Fischer am Steuer gibt Vollgas und wir preschen über die Wellen hin zum Tier. In sicherem Abstand von ca. 50m geht er vom Gas und wir können eine Buckelwalmutter mit ihrem Jungtier beobachten. Zuerst springt die Mutter aus dem Wasser und klatscht mit einer riesigen Wasserfontäne wieder ins Meer, kurz darauf folgt das Kalb. Was im ersten Moment wie reine Lebensfreude und Spaß wirkt, ist in Wahrheit eine deutlich Botschaft an uns: nicht näher kommen, sonst gibt’s Ärger. Wir umkreisen die beiden Wale noch ca. 20 Minuten und können dabei ein paar schöne Fotos machen, dann geht es zurück an Land. Eine wirkliche beeindruckende Begegnung, der Ausflug hat sich gelohnt!

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Kopfweh am Cotopaxi

Hochnebel den ganzen Tag. Auch der ist eine Auswirkung des Humboldtstromes. Wir steuern den höchsten aktiven Vulkan der Erde an und ziehen die 4200 Höhenmeter zum Cotopaxi in einem Stück durch. Als Faustregel gilt: Die Luft enthält ca. 10% weniger Sauerstoff pro 1000 Höhenmeter. Das ist nicht nur für den Menschen anstrengend, sondern auch für den Mog. Der Motor klingt wie ein Sack Muscheln, er qualmt ohne Ende und beschert uns einen schwarzen Aufbau hinter dem Auspuffrohr. Da die Einspritzpumpe des Motors nach wie vor 100% Diesel einspritzt, aber nur noch etwa 60% Sauerstoff zur Verfügung stehen, wird ein Großteil des Diesels unverbrannt ausgestoßen. Besonders bei Bergabfahrten führt das zu amtlichen Fehlzündungen: Wenn sich der unverbrannte Diesel im Auspufftopf sammeln kann und dann beim Gasgeben mit einer kleinen Explosion verdampft. Bei Bergauffahrten gleicht der Turbolader einen Teil des Luftdruckunterschiedes wieder aus, aber das Turboloch wird in diesen Höhen endlos groß, und wenn die Leistung dann abrupt einsetzt, müssen wir aufpassen, dass der hochdrehende Turbo in der dünnen Luft nicht überdreht.

Obwohl wir eigentlich schon zu spät dran sind, dürfen wir ausnahmsweise noch in den Nationalpark rund um den Kraterrand, und wir erreichen dann auf 3800m unseren Stellplatz am Fuße des Kraters. Es ist eisig kalt, fast 0 °C und hier oben macht unsere Webasto Standheizung das erste Mal schlapp. Ohne Höhenkit springt sie nicht mehr an. Eigentlich hatten wir schon viel früher mit diesem Problem gerechnet, aber bis 3400m Höhe hat sie bisher klaglos ihren Dienst getan. Wir schalten um, auf die für große Höhen modifizierte Pumpe und schon läuft die Heizung wieder. Gut so – denn diese mickrige Pumpe war unverhältnismäßig teuer.

Die Nacht wird alles andere als erholsam. Jetzt rächt es sich, dass wir den Aufstieg von Meereshöhe bis zum Krater ohne erneute Eingewöhnung an die Höhe vorgenommen haben. Uns erwischt die Höhenkrankheit und mit tierischen Kopfschmerzen müssen wir am nächsten Morgen die Flucht nach unten antreten. Sehr schade, denn eigentlich wollten wir Richtung Kraterrand wandern und diese wunderschöne Landschaft genießen. Nur wenige hundert Meter Abstieg reichen und die Kopfschmerzen sind verschwunden.

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Betrunkene Liebesdamen am Abgrund

Vulkane! Vulkane! Vulkane! Haben wir ja schon gesagt, aber da lassen wir uns nun vom Cotopaxi herunterrollen und landen praktisch direkt in den Armen des nächsten Vulkans. Asche, Rauch und tapfere Einwohner am Kraterfuß: der Vulkan Tungurahua mit dem kleinen Wallfahrtsort „Banos“. Die Lage dieses kleinen Ortes ist einfach spektakulär! Der Ort liegt am Rand einer gigantischen Abbruchkante, gerade so, als könnte der nächste Ausbruch des Tungurahua den Ort von der Ebene schubsen. Und das so etwas passieren könnte, hat der Tungurahua (je öfter man es liest, um so leichter wird es!) erst 1999 bewiesen und Banos unter eine dicke Ascheschicht gelegt. Das Militär hat daraufhin den Ort evakuiert und komplett geschlossen. Als die evakuierte Bevölkerung irgendwann mitbekam, dass das Militär Prostituierte und Alkohol in größeren Mengen in das besetzte Banos schaffte, haben sie sich ihren Ort zurückerobert – ganz ohne Blutvergießen. Anschließend wurden leichte Mädchen, leere Flaschen, Asche und Soldaten ordentlich über die Kante gefegt und der Ort fein geputzt. Seit diesem Tag verlassen sich die Banoer…. Banonesen… die Einwohner darauf, dass Banos auch beim nächsten Ausbruch wieder so glimpflich davon kommt.

Der Ort hat eine Menge zu bieten. Neben der tollen Landschaft gibt es hier heiße schwefelhaltige Quellen und dementsprechend viele Thermalbäder, Hotels, Hostels, Restaurants und Touristen. Wir bleiben einige Tage und stehen auf dem Parkplatz eines Thermalbades. Wir unternehmen Wanderungen in die Umgebung und klettern in den Bergen herum . Der Ort Banos mit dem bedrohlichen Tungurahua (na, jetzt gehts schon viel besser, oder?) gehört eindeutig zu den schönsten Orten unserer bisherigen Reise – ein Besuch, egal, ob als Overlander mit dem eigenen Fahrzeug oder als Backpacker, lohnt sich sehr!

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Schrödingers Katze Einsteins Hund

Einen Abend haben wir in Banos, bei einem Schweizer Gastronom, ausgezeichnet gegessen und dort einen Aushang entdeckt, dass es einen Campingplatz außerhalb Banos unter gleicher Leitung gibt. Etwa zwei Stunden Fahrzeit von Banos entfernt, direkt an einem großen Fluss gelegen. Wir machen uns auf den Weg und finden einen tollen Stellplatz direkt am Wasser, noch bevor wir den Campingplatz erreicht haben. Es ist seit langer Zeit das erste Mal, dass wir wieder frei stehen können. Die Gelegenheit lassen wir uns natürlich nicht entgehen und packen die Angelausrüstung aus. Nach zwei Stunden angeln steht fest: Zum Abendessen gibt es Fleisch aus dem Kühlschrank. Aber den Versuch war es Wert.

Bei einem kleinen Verdauungsspaziergang entdecken wir im Sand des Ufers, direkt vor dem Mog, riesige Spuren von einem Wolf…. oder Hund, so ganz sicher sind wir uns da nicht. Um unseren Jägerstolz nach misslungener Angelaktion wieder etwas aufzupolieren, bauen wir aus unserer Mülltüte voll Essensresten, Angelschnur und einem Glöckchen eine Alarmanlage direkt vor dem Mogfenster auf. Wir verbinden den Müll über die Angelschnur mit der Bimmel am Bett. Das Steak war lecker, also werden uns die Reste bestimmt ein hübsches Foto auf das Flussmonster ermöglichen. Wir können es kaum erwarten ins Bett zu kommen und legen uns mit Taschenlampe und Kamera auf die Lauer.

Wir haben ausgezeichnet geschlafen in dieser Nacht und sind durch rein gar nichts gestört worden. Und so packen wir am nächsten Morgen beleidigt unseren unangetasteten Müll wieder ein und beschließen, dass es sich eindeutig um ein hochintelligentes – wahrscheinlich mutiertes – Urwaldtier handeln muss, das unsere Falle durchschaut hat und außerdem auch sehr gut schwimmen und tauchen kann und so den gesamten Fischbestand im Fluss leergefressen hat. Eine andere Erklärung kann es für unser Jagdpech an diesem Ort eigentlich nicht geben. Weg hier.

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Deutschland vs. Holland 1:0

Es geht zurück in die Berge. Wir wollen in den Nationalpark Cajas auf 4000m Höhe. In den Bergen hängt der Nebel und die Sichtweite ist beängstigend gering. Zeitweise geht es nur im Schritttempo durch die Suppe und wir beten, dass uns kein Wahnsinniger entgegenkommt, der trotz fehlender Sicht überholt. Wir kurven ewig durch die Gegend um einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Es gibt zwar die Möglichkeit am Parkeingang auf 4000m Höhe zu übernachten, aber das trauen wir uns nicht, da wir noch nicht ausreichend an die Höhe gewöhnt sind. Eine Albtraumnacht wie am Cotopaxi reicht. Am wohl hässlichsten Imbiss der Anden streichen wir die Segel und bleiben einfach stehen. Inzwischen ist uns alles egal, haupsache nicht mehr weiter durch den Nebel fahren. Um das hübsche Übernachtungsplätzchen nutzen zu dürfen, müssen wir natürlich auch in dem Laden essen. Das Essen war dann doch nicht so schlimm, wie es das Ambiente versprochen hat und so gehen wir mit der Hoffnung auf Sonne am nächsten Tag in die Heia. Da wir alles brav aufgegessen haben, wurde unsere Bitte erhört und am nächsten Morgen werden wir mit strahlend blauem Himmel von der Sonne geweckt. Ruckzuck sind wir wieder auf 4000m und im Cajas Nationapark. Der Park bietet eine atemberaubende Landschaft mit tollen Farben, vielen Lamas und Seen. Die rund 10km lange Wanderung geht in dieser Höhe ganz schön auf die Puste und so leisten wir uns einen verbissenen Wettkampf mit einer holländischen Rentnergruppe, wer zuerst wieder am Eingang ist. Obwohl die Flachländer versuchen zu mogeln und heimlich Abkürzungen nehmen, geht der Sieg eindeutig an Deutschland. Ha! Haha! Das ist die Rache für die Spucke 1990! Ziemlich ausser Atem und reichlich stolz eine Gruppe Rentner, die im Schnitt rund 25 bis 30 Jahre älter sind als wir, plattgemacht zu haben, geht es wieder runter auf 3000m. Dort treffen wir auf die Schweizer Motorradfahrer Karin und Michael, die bereits seit 16 Monaten unterwegs sind. Sie sind in der Schweiz gestartet, bis in die Mongolei gefahren und haben erst dann nach Kanada verschifft. Wir teilen unsere Vorräte und werfen zusammen was wir haben –als dann der Regen einsetzt, machen wir es uns zum Essen gemeinsam im Mog gemütlich.

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Der Zaubertrank

Fährt man nach Ecuador, muss man nach Vilcabamba. Denn in diesem winzigen Ort, mitten in der tiefsten Provinz Ecuadors, gibt es ein Phänomen, das die Einwohner dieses Ortes zu Weltmeistern macht: im Lügen!

Vilcabamba ist landesweit bekannt durch seine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung. Deshalb nennt man es auch das Tal der Hundertjährigen. Einige Einwohner Vilcabambas wurden trotz hohem Alkoholkonsums 120 Jahre alt und starben dann ohne schwere Erkrankungen eines natürlichen Todes. Unter anderem deshalb trägt die Hauptstrasse des Ortes den Namen Avenida de la Eterna Juventud. (Allee der ewigen Jugend).

Dieses Altersphänomen wird von einigen Wissenschaftlern auf eine negative Ionenladung der Luft zurückgeführt, andere behaupten, es läge am Wasser, am Klima, an der Ernährung oder der ständigen Bewegung der Einwohner.

Tatsächlich hat man mit Hilfe einer Studie 1979 herausgefunden, dass das überduchschnittliche Alter der Einwohner auf eine systematische Übertreibung bei der Angabe ihres Alters zurückzuführen ist. Durch einen Abgleich verschiedener Dokumente und einer selbst durchgeführten Datenerhebung hat sich gezeigt, dass z.B. der Bewohner Miguel Carpio im Alter von 61 Jahren angegeben hat, er sei 70. Fünf Jahre später sagte er, er sei 80, im Alter von 87 behauptete er 121 zu sein. Am Ende kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Lebenserwarteung im Ort Vilcabamba genau dem Durchschnitt entspricht. Nebenbei sei bemerkt, dass der Handel mit dem „besonderen“ Wasser aus dem „Tal der Hundertjährigen“ein ziemlich gutes Geschäft ist.

Wir campen am Ortsrand bei der Hosteria Izhcayluma, die sich inzwischen zu einem kleinen Treffpunkt für Overlander entwickelt hat. Zu Recht, wie wir finden, denn die Lage der Hosteria ist grandios. Es ist gemütlich, es gibt gutes und günstiges Essen und man kann sich die Wassertanks mit „Zaubertrank“ aus der Leitung auffüllen.

Hier bleiben wir ein paar Tage, unternehmen Wanderungen in die Umgebung, machen einen größeren Service am Unimog und tauschen uns mit anderen Reisenden aus. Denn die nächste Etappe führt uns schon wieder an die nächste Grenze und ins nächste Land: Peru. Hätten wir doch nur auf den Ratschlag unserer Stellplatznachbarn Margot und Günther gehört, die uns davor gewarnt haben hinter der Grenze direkt an die peruanische Küste zu fahren. Aber davon mehr in unserem nächsten Blogeintrag…

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3 Responses to “Ecuador”

  1. Julia Disselmeyer Says:

    Hallo Ihr Zwei,

    herrlich, Danke für diesen und all die anderen Reiseberichte, die ich mit Begeisterung gelesen habe… war eine schöne Begleitung durch 2014. Ich wollte Euch auf diesem Weg etwas verspätet ein eben so spannendes, tolles und gesundes 2015 wünschen. Kommt ihr denn wie geplant zurück oder geht’s noch ein bisschen weiter? So oder so ganz viel Spaß + Glück auf den letzten/weiteren Etappen. Wir hier freuen uns jedenfalls auf Euch, egal wann ihr kommt 😉 Liebe Grüße Julia

  2. Helga Radon Says:

    Wie immer habt Ihr wieder einen super Bericht abgeliefert und wie immer wünschte ich das alles auch zu erleben.
    Weiterhin viel Glück Euch beiden und erfolgreiche Weiterfahrt!!! Liebe Grüße aus dem grauen Deutschland
    Liebe Grüße Euer Lieblingstantchen

  3. Gabi Says:

    Wunderbar geschriebener Bericht!
    Weiterhin eine pannenfreie, bunte Weiterfahrt, ich bin gespannt (wir sind gespannt) was euch in Peru so erwartet!
    Liebe Grüße und alles Gute
    Gabi & Manfred

    http://unimog.is


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