Gelber Unimog

Von Kanada bis Feuerland in 365 Tagen

Geliefert. 20. Februar 2014

Filed under: Allgemein — tichyx @ 10:34

Nachdem wir letzte Woche bereits mit gepacktem Unimog in den Startlöchern standen, erreichte uns zwei Tage vor dem Verschiffungstermin nach Kanada die Email, dass sich das Schiff um eine Woche verspätet. Durch die Schlechtwetterlage im Norden wurde die Reihenfolge geändert, in der die europäischen Häfen angelaufen werden. Die Ankunft in Kanada/Halifax allerdings verschiebt sich nur um zwei Tage, so dass sich für uns eigentlich nicht viel ändert. Der Vorteil ist, dass unser Fahrzeug so ein paar Tage kürzer auf dem Schiff steht.

Gestern war es dann soweit und wir haben uns bei Nieselregen auf den Weg nach Hamburg gemacht. Die Unterlagen von der Agentur Seabridge sind wirklich sehr ausführlich und dank der perfekten Wegbeschreibung haben wir den Verladehafen auch direkt gefunden. Vor der Einfahrt sind wir unsere Checkliste für die letzten Handgriffe durchgegangen: elektronische Geräte ausbauen, Durchstieg verschliessen, Wodka und Kippen ins Handschuhfach legen, etc 😀

Anschließend Wartenummer gezogen, sofort drangekommen, Zettelchen entgegengenommen und dann mit dem Mog durch die Schranke, in den gesicherten Bereich. Da nur eine Person durch die Absperrungen darf, hat Carina vor dem Tor gewartet.

Auf der anderen Seite der Schranke wurde das Fahrzeug von außen inspiziert und penibel jeder noch so kleine Kratzer in einem Protokoll vermerkt. Eigentlich ist unser Mog im Neuzustand, aber laut des Abnahmeprotokolls könnte es sich auch um ein Schrottfahrzeug handeln Die Liste mit mikroskopisch kleinen Schrammen, Abschürfungen und Kratzern war endlos und ich fragte mich beim Unterschreiben, wie man im Falle eines eventuellen Verladeschadens später nachweisen soll, dass vorher eigentlich alles noch intakt war? Denn Fotos von der tatsächlichen Größe der Schrammen wurden keine gemacht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 😉

Hafen

In das Fahrzeug wurde dafür gar nicht geguckt. Noch ein letzter Blick von mir, einmal im Kreis drumherum und dann zum Bürocontainer, wo der Schlüssel abgeliefert werden soll. Denn auf das Schiff selbst wird der Mog erst zwei Tage später von einem mehr oder weniger gut gelaunten Hafenarbeiter gefahren. Hoffentlich mag er Schnaps und Zigaretten – und hoffentlich trinkt er den Schnaps erst nach dem Verladen.

Im Container reiche ich etwas widerwillig dem Mann hinter dem Tresen den Zündschlüssel, mit den Worten, dass es mir doch recht schwer fällt, nach jahrelanger Bauzeit, unser fahrbares zu Hause nun in völlig fremde Hände zu geben. Er schnappt sich den Schlüssel, grinst mich an und sagt „Ich bin Herr Schulz, jetzt kennen wir uns“.  Ok – Thema erledigt: Auto geliefert.

Insgesamt verlasse ich den gesicherten Bereich mit einem positiven Gefühl, alle sehr nett und recht entspannt.

Auf dem Heimweg von Hamburg nach Berlin sind wir beide tot müde. Im Bahnsessel kommen dann die üblichen Gedanken, wenn man sein Haus auf Rädern für längere Zeit alleine lässt: habe ich alles abgeschlossen? Sind die Fenster alle zu? Brennt noch Licht im Keller? Ist das Bügeleisen abgeschaltet? Habe ich den Herd ausgeschaltet? Läuft die Waschmaschine noch? Kümmert sich wer um die Post? Sind Hunde, Katzen und sonstige Haustiere versorgt? Habe ich versehentlich den Hausmeister eingeschlossen und gießt er dann wenigstens die Blumen..? Hilfe! Als der Zug in Berlin bremst, wachen wir beide aus diesen ungemütlichen Träumen auf…wir haben die ganze Fahrt verpennt.

In den nächsten Tagen, bis zum Abflug, gibt es noch viel zu tun. Hoffentlich läuft alles so reibungslos, wie der heutige Tag.

Olli

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4 Responses to “Geliefert.”

  1. Lars Says:

    Tolle, spannende detaillierte Schilderung! Das Unbekannte Euer Gefährt umparken wäre mir auch nicht ganz geheuer…Alles Gute!

  2. Klaus Strazny Says:

    *Seufz* wie gerne wäre ich an Eurer Stelle. Ich bin ja sooo gespannt auf Eure Erfahrungen und hoffe natürlich auf weitere Inspirationen aus dem Baublog Eures Traummogs. *Daumendrück* und tschüss-
    LG Klaus

  3. Andreas Gutzeit Says:

    Halifax! Wenn Ihr Tips braucht, wir haben da ja ein Schickes Büro. Die können sicher auch was helfen, wenn ihr Hilfe braucht. In jedem Fall kann ich das schicke Restaurant Press Gang empfehlen!

  4. Hilmar Says:

    Hallo Olli und Carina,
    ich wünsche Euch einen erfolgreichen Start und viele prägende Eindrücke.
    Den ausgefallenen Winter könnt Ihr ja jetzt nachholen, hier scheint nun tatsächlich der Frühling einzukehren.

    LG Hilmar


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